Ein Gastbeitrag von Rose

Im letzten Herbst und Winter habe ich Bodies für mich entdeckt. Begonnen hat alles mit meinem Kleid Paris von Annika – damit das wintertauglich wird, habe ich mir einen passenden Body genäht. Hierfür habe ich das Schnittmuster des Tops Milan modifiziert. Damit auch Du dir dein Top Milan (oder auch jedes andere Oberteil) als Body nähen kannst, zeige ich Dir heute, welche Schritte der Anleitung wie angepasst werden, damit Du am Ende einen super bequemen Body hast.

Zusätzliche Materialien für deinen Body Milan

  • Der Stoffverbrauch in deiner Größe + 20cm
  • 3 Jersey-Druckknöpfe
  • 1,5m Wäschegummi (geht auch jedes andere Gummiband, im Idealfall ist es ≤ 1cm und dünn)
  • eine bequeme Unterhose deiner Wahl, die die Form des Bodies vorgeben wird.

Vor dem Zuschnitt des Stoffes passen wir das Vorder- und Rückteil an. Dazu legst Du deinen Stoff in den Stoffbruch, wie in der Anleitung von Annika vorgegeben. Um die Anleitung verständlicher zu machen, starten wir mit dem Anpassen des Vorderteils:

 

Anpassungen im Vorderteil

Dazu nimmst Du deine Unterhose und faltest auch sie in der vorderen Mitte und legst sie unten an dein Vorderteil (siehe Skizze).

Damit dein Body nachher nicht mitten im Schritt sondern weiter vorne geschlossen wird, orientiere dich an der Einsatznaht deiner Unterhose. Das ist die untere Naht, die du auf dem Foto unten sehen kannst. Hier werden später deine Druckknöpfe angebracht. Das bedeutet, dass dein Vorderteil deutlich kürzer sein wird als dein Rückteil.

Nun zeichnest Du die Form deiner Unterhose auf den Stoff. Achtung: Nahtzugabe (1 cm) nicht vergessen! Diese ist bereits im Schnitt enthalten, aber nicht bei deiner Unterhose. Solltest deine Unterhose trotz Nahtzugabe viel schmaler sein, als dein Oberteil, gleiche den Verlauf an der Seitennaht etwas aus. Bitte warte noch mit dem Zuschnitt, weil wir erst kontrollieren müssen, ob die Länge ausreichend ist.

Anpassungen im Rückteil

Als nächstes kommt das Rückteil. Auch das sollte bereits im Stoffbruch liegen und auch hier wird die Unterhose wieder gefaltet – allerdings an der hinteren Mitte. Wichtig bei diesem Schritt ist jetzt, dass Du hier das Rückteil bis zu der Einsatznaht verlängerst. Wie genau das aussehen sollte kannst Du der Skizze entnehmen. Diese Form zeichnest Du auch auf dem Stoff an, aber schneidest es noch nicht aus.

Deine beiden abgewandelten Schnittteile sollten nun so aussehen:

Jetzt kommt der Test: Wäre die Länge deines Bodies so ausreichend?

Dafür misst Du die Länge deines Vorderteils aus und vergleichst sie mit der Länge von deinem Halsansatz bis zu dem Punkt wo ungefähr die Einsatznaht deiner Unterhose ist, wie in der Skizze oben rechts dargestellt. Dieser Schritt ist wichtig, damit nachher am fertigen Body nichts kneift. Bedenke aber, dass sich dein Stoff auch noch etwas dehnt und der Body später nicht zu locker sitzen soll.

Sollte die Länge des Vorderteils noch nicht passen, verschiebe die Unterhose entsprechend nach oben oder unten. Vergleiche vor dem Zuschnitt die Längen von deinem Vorder- und Rückteil. Diese sollten natürlich an der Seitennaht gleich lang sein.

Wenn alles passt, kannst du jetzt deine Schnittteile auf den Stoff zeichnen und ausschneiden.

Zuschnitt

Hast Du Vorder- und Rückteil zugeschnitten, so kannst Du die restlichen Schnittmusterteile wie in der Anleitung zuschneiden.

Anschließend kannst Du deinen Body Milan wie in der Anleitung „fertig“ nähen bis auf das Säumen. Denn hier muss nun der Beinausschnitt versäubert und der Bodyverschluss genäht werden.

Beinausschnitt

Zuerst wird das Wäschegummi an den Beinausschnitten genäht. Dafür habe ich die beiden Seiten einfach mit meiner Overlock versäubert und dabei das Wäschegummi direkt mit angenäht. Das Wäschegummi wird hier auf der linken Seite festgenäht, damit es nachher nicht mehr sichtbar ist. Wichtig ist auch, dass du das Gummi beim Annähen etwas auf Spannung hältst, damit der Body später gut anliegt. Dadurch zieht sich der Stoff etwas zusammen, das ist auch gewollt. Allerdings solltest du den Gummi natürlich nicht so stramm annähen, dass sich der Beinausschnitt auf die Hälfte der Länge zusammenrafft. Am besten probierst du vorher an einem Reststück mit wie viel Spannung du deinen Gummi annähen musst, um eine leichte Raffung zu erhalten.

Falls Du keine Overlock hast, kannst Du das Gummi entweder mit dem Overlockstich oder dem Zick-Zack-Stich deiner Nähmaschine annähen.

Versäubere auch die kurzen Seiten, an die später dein Verschluss kommt. Hier nähst du keinen Gummi an.

Anschließend werden die Schnittkanten mit dem angenähten Gummi einmal nach innen geklappt und mit einem Zick-Zack-Stich festgenäht. Jetzt müsste dein Wäschegummi nicht mehr sichtbar und zwischen den beiden Lagen eingefasst sein.

Jetzt hast Du es fast geschafft!

Zum Schluss klappst du die kurzen zuvor versäuberten Kanten deines Bodies nach innen um und steppst sie mit einem Geradstich oder Zickzack-Stich fest. Dort befestigst du dann im Anschluss die Druckknöpfe – ich habe drei Druckknöpfe verwendet, zwei gehen aber auch – je nachdem wie breit den Verschluss unten ist. Und sobald die Knöpfe dran sind heißt es: Gratulation, Du hast dir einen Body gehackt!

Falls Du Fragen oder Schwierigkeiten hast, melde dich gerne bei mir. In meinen Instagram Story-Highlights findest Du auch nochmals den detaillierten Prozess festgehalten. Du findest mich dort unter @livingwithuve.

Hier kannst du noch mehr über meine Gastautorin Rose erfahren.

Hier findest du das passende Schnittmuster für den Patternhack: