Ein Gastbeitrag von Judith

Das Schnittmuster Paris habe ich im vergangenen Jahr wohl mit am häufigsten in verschiedenen Variationen genäht – wohl auch, da ich Teil des tollen Stammteams aus Testerinnen geworden bin. So hab ich Paris schon als Kleid, als Bluse und sogar als T-Shirt genäht. Versionen mit Glockenärmeln und mit geraden Ärmeln, aus Viskose, Jersey oder Baumwolle.

Ich liebe meine Paris-Versionen, doch hatte ich das Gefühl, es fehlte noch etwas – eine Paris mit Hosenbeinen!

Die Perfekte Kombination aus oberteil und hose

Hosenbeine, wie der Jumpsuit Sevilla hat, welchen ich auch bereits im Frühjahr diesen Jahres genäht habe. Hier hatte ich schon einen Hack ausprobiert, bei dem die Träger von Spaghetti-Trägern in breite Träger, welche die Schulter bedecken, abgeändert wurden. Allerdings hatte ich mir da gewünscht, die Träger doch eher durch richtige Ärmel ersetzt zu haben.

Also habe ich kurzerhand beschlossen, Paris und Sevilla zu kombinieren: Ich wollte versuchen an das Oberteil von Paris die Hose von Sevilla anzusetzen. Und zusätzlich wollte ich versuchen, das Ganze aus einem hellbraunen Scuba Wildlederimitat zu nähen. Den Stoff hatte ich in meinem lokalen Stoffladen entdeckt und ich war sicher, dass er sich perfekt für einen frühlingshaften Jumpsuit eignen würde.

Zuschnitt Jumpsuit Oberstoff

Schnittanpassungen und Zuschnitt

Da das Oberteil von Paris nur bis zur Taille geht und die Hose des Jumpsuit Sevilla auch an der Taille angesetzt wird, konnte ich alle Schnittmusterteile einfach mit den von mir bereits zuvor gemachten Anpassungen zuschneiden. Da hatte ich bei dem Oberteil von Paris den Schnitt von einer 46 mit zusätzlichen 4cm im Brustbereich zu einer 44 im Taillenbereich angepasst. Die Hose des Jumpsuits hatte ich in Größe 46 zugeschnitten und aufgrund meiner Körpergröße mithilfe der Anleitung um 10cm verlängert.

Ich habe zudem beschlossen, ein Futter in den Jumpsuit einzunähen. Das Scuba Wildlederimitat ist zwar schön, aber auf Dauer nicht so angenehm auf der Haut zu tragen. Also habe ich die Schnittteile, ausgenommen der Belege beim Oberteil, auch aus einer schwarzen Viskose zugeschnitten. Dabei habe ich mich allerdings für ein Futter bis zum Knie entschieden und die Futterhose nur knielang zugeschnitten.

Zuschnitt Jumpsuit Futter

Kleiner Tipp

Das Oberteil und die Hose habe ich zunächst separat aus dem Oberstoff genäht und sie dann an der Taille zusammen gesetzt. Also konnte ich auch beim Nähen erstmal einfach den einzelnen Anleitungen der Schnittmuster folgen. Nachdem ich Oberteil und Hose aus dem Scuba zum ersten Mal an der Taille zusammengenäht hatte, habe ich festgestellt, dass es wohl auch einfacher wäre, das Oberteil und die Hose separat zu füttern. Somit musste ich die Naht an der Taille erstmal wieder auftrennen. Trotzdem ist es hilfreich, diese Naht zumindest zusammen zu heften, um die Passform des Jumpsuits zu überprüfen.

Oberteil mit Futter nähen

Die Belege des Oberteils, welche ich aus dem Scuba Wildlederimitat zugeschnitten hatte, habe ich auf das Futter genäht, bevor ich das Futter in den Oberstoff des Oberteils eingesetzt habe. Ich hätte natürlich auch für das Futter die Schnitteile so abändern können, dass sie an den Belegen angesetzt werden, aber ich finde es so einfacher und das Viskose-Futter ist dünn genug. Nachdem ich nun das Oberteil gefüttert hatte, habe ich die Knopfleisten überlappt und festgesteppt, bevor ich mit der Hose weiter gemacht habe.

Oberteil aus Oberstoff und Futter
Fertiges Oberteil

Futterhose

Beim Nähen der Futterhose ist mir dann aufgefallen, dass ich auch das Vorderteil aus Futter mit den Tascheneingriffen zugeschnitten hatte. Zum Glück hat es trotzdem gepasst, da der Jumpsuit normalerweise auch vorne gerafft wird. So konnte ich das Futter zwar nicht raffen, aber dadurch trägt es vorne auch nicht zusätzlich auf. Nachdem ich das Hosenfutter an der Taillennaht festgeheftet hatte, habe ich zusätzlich auf Kniehöhe mit ein paar Stichen die Futter-Nahtzugabe an der Oberstoff-Nahtzugabe befestigt. Dadurch bleibt das Futter an Ort und Stelle und zieht sich nicht wieder aus den Hosenbeinen raus.

Hose aus Oberstoff und Futter

Aus 2 mach 1

Als nächstes habe ich das gefütterte Oberteil und die gefütterte Hose an der Taillennaht zusammengesetzt. Hierbei habe ich mit einem schmalen Zickzack-Stich genäht, um die Elastizität der Stoffe zu erhalten. Die offene Innenkannte habe ich dann mit der Overlock versäubert – hierbei sollte man gerade bei dickeren Stoffen vorsichtiger sein. Mir ist eine meiner Overlock-Nadeln abgebrochen.

Nun ist der Jumpsuit soweit zusammengesetzt gewesen. Damit er allerdings noch etwas enger sitzt und figurbetonter wird, habe ich noch ein Gummiband an der Taille eingezogen. Dazu habe ich ca. 2cm parallel unter der Taillennaht eine schmale Zickzack-Naht gesetzt, wodurch sich ein Tunnel gebildet hat. Dann habe ich innerhalb dieses Tunnels eine kleine Öffnung in die Seitennaht des Futters gemacht und das Gummi eingezogen. Ich habe mich dabei für ein Knopfgummi entschieden, womit ich die Weite des Gummibands auch im Nachhinein anpassen kann. 

Gummizug in Taille
Knopfleiste

Letzte Stiche

Zum Schluss habe ich die Hosenbeine mit ca. 1,5cm gesäumt und die Knöpfe angenäht und fertig war ein wunderbarer Jumpsuit!

Beim nächsten Mal würde ich allerdings versuchen die Knopfleiste in der Hose fortzusetzen oder einen Reißverschluss in die hintere Mitte einzusetzen, um so eine größere Öffnung zum An- und Ausziehen zu haben.

Wie findet ihr meinen Patternhack und wie gefällt euch der fertige Jumpsuit?

Hier findest du die passenden Schnittmuster für den Patternhack: